Chancengleichheit und Gender Mainstreaming

Sportvereine, Verbände und Stadt- und Kreissportbünde, die den Nutzen von Gender Mainstreaming erkennen, werden attraktiver für ihre einzelnen Zielgruppen. Sie gewinnen somit neue Mitglieder und ehrenamtlich Engagierte. Zudem verbessern sie ihr Image und ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Neue Magazinausgabe „Nur eine gute Mischung bringt Erfolg“
Starke Aussagen, deutliche Meinungen und unmissverständliche Zitate engagierter Frauen: Das zweite Magazin „Chancengleichheit - Gender Mainstreaming im Sport“ fasst auf 48 druckfrischen Seiten die immer bedeutsamere Thematik erneut beispielhaft und lebendig zusammen. Beiträge wie „Ja, ich will! Vom Umgang mit der Macht“, „Generation Y, die Zukunft der Vereine“ oder „Nutzt Netze - Die Bedeutung von Networking“ überzeugen nicht nur inhaltlich, sondern machen auch Freude bei der Lektüre.

„Das Einzige, was Erfolg bringt, ist eine gute Mischung“, betont Dr. Eva Selic, Sprecherin der Frauen der Mitgliedsorganisationen im LSB NRW. Dabei bezieht sich ihre Aussage konkret auf den wichtigen „Klimafaktor Frau“, der in den knapp 19.000 NRW-Sportvereinen noch authentischer gelebt werden darf. Doch auch das im November 2017 erschienene Magazin, finanziell unterstützt durch die Staatskanzlei des Landes NRW (Abteilung Sport und Ehrenamt), glänzt durch eine gute Mischung an Hintergrundtexten, Porträts, Stimmen sowie vielen ansprechenden Bildern.

„Frauenpolitisches Salongespräch“
Sind ehrenamtliche Führungspositionen für Frauen neben Beruf und Familie eine unattraktive Belastungsprobe? Beim 4. „Frauenpolitischen Salongespräch“ am 6. April 2017 in Mülheim an der Ruhr diskutierten Claudia Dietzmann, Anke Feller, Michaela Hares, Daniela Jansen MdL, Mona Küppers und Michaela Werkmann. Sie alle bringen jahrelange ehrenamtliche Führungserfahrung mit - aber auch im Jahr 2017 war der Anteil weiblicher Vorsitzender in den Mitgliedsorganisationen des LSB NRW erschreckend gering. Nur zehn von insgesamt 123 Mitgliedsorganisationen werden derzeit von Frauen geführt.

Und gerade hier setzt das Problem an: Viele Frauen trauen sich den ehrenamtlichen Job neben ihres Hauptberufs und der Familie nicht zu. Frauen haben Bedenken, dass man nicht mehr gemocht werden könnte, wenn man Kritik äußert – Männer sagen es gerade heraus, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Das Fazit der von WDR-Journalistin Gisela Steinhauer moderierten Runde: Wir sind auf dem richtigen Weg, wenn die Frauenförderung konsequent weitergeführt wird. Die Organisationen müssen den Nerv der Zeit treffen, um die Frauen in den Ehrenämtern nicht zu verlieren, sondern aufzubauen.

Die Veranstaltung wurde erneut vom LSB NRW und dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport organisiert.

Weitere Informationen zum Thema:
Deutschlandfunk-Sportgespräch