Gegen sexualisierte Gewalt im Sport

Die Sport-Soziologin Dr. Birgit Palzkill hat im Mai 2017 die ehrenamtliche Aufgabe als „Unabhängige Beauftragte zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport des Landessportbundes NRW“ übernommen.

„Unabhängige Beauftragte zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport“
Die ehemalige Spitzen-Leichtathletin und frühere Basketball-Nationalspielerin sowie mittlerweile pensionierte Lehrerin war im Jahr 1998 mit ihrer Studie „Gewalt gegen Mädchen und Frauen im Sport“ der Auslöser dafür, dass sich der organisierte Sport systematisch mit der Prävention sexualisierter Gewalt befasst.

Seitdem entwickelt der Landessportbund NRW verschiedene Maßnahmen unter dem Motto „Schweigen schützt die Falschen“. In ihrer neuen ausgeübten Funktion soll Birgit Palzkill diesen Maßnahmen ein konkretes Gesicht verleihen und das sensible Thema noch stärker in die breite (Sport)Öffentlichkeit tragen.

Fachforum zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im (Leistungs)Sport
„Verbandssport - aber sicher!“, so lautete der Titel beim 1. Fachforum zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im (Leistungs)Sport Mitte November in Duisburg. Nach der offiziellen Begrüßung durch LSB-Vizepräsidentin Gisela Hinnemann und erläuternden Worten von Dr. Birgit Palzkill (Unabhängige Beauftragte zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport des Landessportbundes NRW), stellte Dr. Bettina Rulofs (Deutsche Sporthochschule Köln) die Ergebnisse der aktuellen „Safe Sport“-Studie über das Ausmaß sexualisierter Gewalt im Sport vor. Die sich daraus ergebenden Konsequenzen und Handlungsmöglichkeiten für die Fachverbände und ihrer Vereine diskutierten die rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr intensiv.

Dorota Sahle (Referentin Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport LSB NRW) stellte die konkreten Möglichkeiten vor, die der LSB NRW den Mitgliedsorganisationen und Sportvereinen anbietet: Insgesamt werden bisher rund 180 Maßnahmen über das Vereins-, Informations-, Beratungs- und Schulungssystem (VIBSS) pro Jahr durchgeführt – von der Beratung, über Workshops bis zu „KURZ UND GUT - Seminaren“.

In vier kleinen Diskussionsrunden wurde der intensive Austausch fortgesetzt. Dort hatten alle Beteiligten nochmals die Möglichkeit, persönliche Eindrücke, Wünsche, Fragen und Anregungen zu formulieren. Einige Teilnehmer/-innen brachten ihre Betroffenheit zum Ausdruck, ob des Ausmaßes sexualisierter Gewalt im Sport, die die vorgestellte Studie erstmals in Deutschland ermittelt hatte. Es wurde deutlich, dass Sicherheitskonzepte unbedingt notwendig sind, um die eigene Hilflosigkeit und Verunsicherung zum Umgang mit dem Thema im sportlichen Alltag zu bewältigen. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die positive Besetzung des Themas der Prävention sexualisierter Gewalt im Sport.

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