Von der Willkommenskultur zur Integration

Der organisierte Sport besitzt das besondere Potenzial, Menschen durch Bewegung und Begegnung kulturübergreifend zusammenzubringen und darüber Vorurteile abzubauen. Immer mehr Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen finden den Weg zum Sportverein.

 

Wichtige Akteure in dem Bemühen, Vereine flächendeckend in NRW in Ihrer Integrationsarbeit zu unterstützen, sind seit 2016/2017 die Fachkräfte „Integration durch Sport“. In den SSB, KSB und den großen Fachverbänden sind rund 60 dieser sogenannten „Integrationslotsen“ hauptberuflich aktiv, um das freiwillige Engagement in den Vereinen zu stärken und den Sport in die Integrationsnetzwerke vor Ort einzubringen.

Besonders wichtige Partner vor Ort sind die mit Mitteln des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ geförderten Stützpunktvereine. Mit Hilfe der Fachkräfte haben wir die Anzahl in 2017 von knapp 80 auf 220 Stützpunktvereine fast verdreifachen können.

Insbesondere das Engagement der in der Flüchtlingshilfe aktiven Vereine hat viele Fragen aufgeworfen. Diese wurden in dem Wegweiser "Flüchtlinge im Sportverein", der Broschüre „Rechtliche, steuerrechtliche und versicherungsrechtliche Aspekte" und in den 14 durchgeführten regionalen Info-Veranstaltungen für Vereine und Netzwerkpartner beantwortet.

Ebenfalls wurde das Ziel verfolgt, Flüchtlinge sowie Menschen mit Migrationshintergrund über Qualifizierungsmaßnahmen für die Mitwirkung und Mitgestaltung auf allen Ebenen des Vereinslebens als künftige ehrenamtliche Vereinsmitarbeiter/-innen zu gewinnen und einzubinden. So gab es 21 Gruppenhelfer/-innen-Ausbildungen mit und ohne Fluchthintergrund (2016/2017) sowie 14 Übungsleiter C-Ausbildungen mit und ohne Fluchthintergrund (2016/2017).

In zwei Veranstaltungen wurden Erfahrungen und Erkenntnisse bezüglich dieser genannten Ausbildungen mit den Verantwortlichen ausgetauscht. Die beiden Ergebnisdokumentationen dienen als gültige Arbeitsgrundlage für alle Beteiligten im Qualifizierungsbereich.

Die Zielgruppe Mädchen und Frauen mit Fluchterfahrung werden auf verschiedenen Ebenen eher schwer erreicht. Auch im Sport sind sie unterrepräsentiert. Gemeinsam mit zahlreichen Betroffenen, Expertinnen und Ehrenamtlichen aus Sportvereinen wurde im Rahmen der Fachtagung „Weibliche Flüchtlinge im Sport – Herausforderung und Potenziale für unsere Sportvereine“ am 24. Juni in Dortmund über Lösungsansätze diskutiert.